Das Schillerplatz-Areal

Das Schillerplatz-Areal umfasst den Schillerplatz, die darunter angeordnete Garage, das ehemalige Karstadt-Warenhaus, die Vinckestraße, die Schillerplatz-Brücke und das denkmalgeschützte Rathaus. Eigentümerin dieser Gebäude und Anlagen ist die Stadt Iserlohn.

Der Schillerplatz

Der Schillerplatz wurde in seiner heutigen Form 1967 eingeweiht. Um den Schillerplatz gruppieren sich drei dominante Solitärbaukörper: Das denkmalgeschützte Rathaus, das ehem. Karstadt-Warenhaus und die Hauptstelle der Sparkasse der Stadt Iserlohn.

Der Schillerplatz ist für die Stadt Iserlohn der zentrale Platz für innerstädtische Veranstaltungen sowie als Spiel- und Aufenthaltsort. An Werktagen wird der Schillerplatz hauptsächlich als Durchgangsraum oder für die Kunden der angrenzenden Banken und Geldinstitute sowie von Besuchern und Beschäftigten der Rathäuser genutzt. Die Gesamtfläche des oberen und unteren Schillerplatzes (ohne Brücke) ist ca. 4.700 m² groß. Davon werden allerdings aufgrund von Bebauungen und Möblierungen nur etwa 2.900 m² tatsächlich genutzt.

Der Schillerplatz hat eine wichtige Funktion als Bindeglied zwischen der Fußgängerzone und dem Rathaus. Der Platz besteht aus zwei Abschnitten, dem „unteren“ Schillerplatz – begrenzt durch die Gebäude der Märkischen Bank, der Commerzbank und der Sparkasse – sowie dem „oberen“ Schillerplatz zwischen Sparkasse und dem ehem. Karstadt. Der untere und obere Schillerplatz sind über Treppenaufgänge und Rampen miteinander verbunden.

Am südlichen Platzrand führen Rampen und Treppen zur etwa 2,5m  tiefer liegenden Fußgängerzone. Die mangelhafte barrierefreie Erschließung des Schillerplatzes ist ein wesentliches Manko der heutigen Situation. So ist die Bushaltestelle am Theodor-Heuss-Ring nur über Treppen bzw. über  Umwege zu erreichen.

Als hauptsächliches Defizit wird dem Platz eine ungemütliche und in die Jahre gekommene Gestaltung und Möblierung angekreidet, die der Aufenthaltsqualität abträglich ist. Darüber hinaus ist der Schillerplatz nur eingeschränkt nutzbar, da der Deckel der Garage und die Rampe nicht für Schwerlastverkehr dimensioniert sind. Vermisst wird vielfach auch Außengastronomie.

Die Schillerplatz-Brücke

Rathausvorplatz und Schillerplatz waren bis zum Jahr 2019 durch die Schillerplatz-Brücke miteinander verbunden, die über den Theodor-Heuss-Ring führte. Die Brücke musste jedoch im Oktober 2019 aufgrund der Standsicherheit abgerissen werden. Die Gründe lagen in der Korrosion des Betonstahls und in der Belastung des Bauwerks durch unterschiedliche Setzungen der Brückenpfeiler.

Die Schillerplatz-Brücke erfüllte eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen der Innenstadt und den nördlich gelegenen Wohngebieten. Als Alternative zur Brücke wurde auf dem Theodor-Heuss-Ring im Jahr 2020 ein Fußgängerüberweg sowie eine Treppe zum Schillerplatz eingerichtet.

Das Karstadt-Warenhaus

Das Warenhaus wurde im Jahr 2014 von der Stadt Iserlohn erworben. Karstadt war bis Oktober 2020 Mieter des Gebäudes.

Das Warenhaus orientiert sich zum Schillerplatz und präsentiert sich an den übrigen Seiten eher abweisend. Es schiebt sich mit seinem Basement teilweise unter den Schillerplatz bzw. in die Vinckestraße.

Die Parkgarage

Die Garage unter dem Schillerplatz besteht aus einer dreigeschossigen Anlage mit ursprünglich rund 170 Stellplätzen. Durch die durchgeführten provisorischen Ertüchtigungsmaßnahmen sind davon etwa 20 Stellplätze weggefallen oder nur noch eingeschränkt nutzbar. Die Zufahrt zum Parkdeck des ehemaligen Warenhauses ist nur über die Tiefgarage möglich. Dieses Parkdeck ist auf gleicher Höhe wie das unterste Garagengeschoss auf einer durchgehenden Bodenplatte angeordnet und bietet weitere 115 Stellplätze. Verbesserungswürdig ist die derzeitige Kombination der Zu- und Abfahrt in Verbindung mit der benachbarten Bushaltestelle. Hier kommt es zu Konflikten zwischen PKW-, LKW- und Fußgängerverkehr.

Die Garage unter dem Schillerplatz hat das Ende ihrer Lebensdauer nahezu erreicht, während sich das Parkdeck unter dem Warenhaus in einem verhältnismäßig guten Zustand zeigt. Trotz ihres auch optisch beklagenswerten Zustands wird die Garage gut angenommen. Ihr wird eine hohe Bedeutung für den Besucherverkehr der Innenstadt zuerkannt.

Die Verkehrserschließung

Die Erschließung des Schillerplatzes und die im Rahmen der Entwicklung des Schillerplatz-Areals eingeschlossenen Straßen umfassen den Theodor-Heuss-Ring, die Vinckestraße und den Nordengraben.

Theodor-Heuss-Ring

Der Schillerplatz liegt oberhalb des Theodor-Heuss-Ringes, einer belasteten Hauptverkehrsstraße mit ca. 23.000 Kraftfahrzeugen in 24 Stunden. Am Theodor-Heuss-Ring liegen auch die Ein- und Ausfahrten der unter dem Schillerplatz gelegenen Tiefgaragen sowie die ehemalige Lieferzone für das Warenhaus. Die Haltestelle Schillerplatz zählt zu den Bus-Haltestellen mit den höchsten Ein- und Aussteigerzahlen in Iserlohn. Hier halten mehrere Regional-, Stadt- und Schulbuslinien sowie das Anrufsammeltaxi.

Fußgänger und Radfahrer überqueren den Platz über mehrere Ebenen, Rampen und Treppen. Am Rathaus befindet sich ein Aufzug, welcher den Schillerplatz mit dem Theodor-Heuss-Ring und der dort gelegenen Bus-Haltestelle verbindet.

Eine durchgeführte Verkehrsuntersuchung hat ergeben, dass die Kapazitätsreserven der benachbarten Knotenpunkte die verkehrliche Erschließung des Schillerplatzes einschließlich  aktuell vorgesehener zusätzlicher Nutzungen ermöglichen.  

Vinckestraße

Die Vinckestraße wird durch das eingeschobene Basement von Karstadt eingeengt. Dies macht die Vinckestraße wenig attraktiv, obwohl sie eine wichtige Verbindung zum östlichen Eingang der Innenstadt im Bereich des Omnibusbahnhofs darstellt.

Nordengraben

Auch der Nordengraben wurde bislang von der Sanierung der fußläufigen Straßen im Innenstadtbereich ausgenommen und überzeugt nicht mehr in seiner Gestaltung. Im Rahmen des Schillerplatz-Projekts wäre eine Neupflasterung und Neumöblierung sinnvoll.